Zwei winzige Zwergwachtelküken sind im Zoo Basel geschlüpft. Im Vorfeld hatte es etwas Aufregung in der Wohngemeinschaft der Wachteln und Spitzschwanzamadinen gegeben. Die Spitzschwanzamadinen hatten ihre Eier ins Nest ihrer Mitbewohner gelegt und huderten die Küken nach dem Schlupf als wären es ihre eigenen. Jetzt denken sie wieder selber ans brüten: Die Männchen beindrucken ihre Partnerinnen momentan mit ihrem gesträubten ‚Gefiederbart‘.
Am 9. Februar sind im Zoo Basel zwei hummelgrosse Zwergwachteln geschlüpft. Die winzigen Küken suchten schon kurz nach dem Schlupf selbständig nach Futter und wachsen nun schnell. Mittlerweile sind sie so gross, dass die Eltern einige Mühe haben ihren Nachwuchs noch unter den Flügeln zu wärmen.
Hütedienst für Wachtelküken
Die Zwergwachteln leben im Vogelhaus in einer Volierengemeinschaft mit den Spitzschwanzamadinen. Dass Spitzschwanzamadinen ausgesprochen gesellige Vögel sind, war im Zoo Basel bekannt. Etwas überrascht war man dann aber doch, als sie ihre Kontaktfreudigkeit auf ihre Mitbewohner, die Zwergwachteln, ausweiteten. Die Spitzschwanzamadinen, die ihre Nester üblicherweise im Geäst bauen, legten ihre Eier kurzerhand ins Bodennest der Wachteln. Als die Wachteln schlüpften, setzten sich die Spitzschwanzamadinen auf die fremde Brut. Die Wachteleltern schien dies nicht zu stören, sie liessen ihre Küken ohne weiteres stundenweise fremdbetreuen.
Balzen mit Bart
Mittlerweile hat sich die Verwirrung gelegt und die Spitzschwanzamadinen sind mit Balzen beschäftigt. Akkurat sträuben sie das Gefieder ihres Kehllatzes, sodass er aussieht wie ein gepflegtes Bärtchen. Beim Balztanz hüpft das Männchen unter ständigem Kopfnicken auf das Weibchen zu. Gelegentlich trägt es dabei einen Grashalm im Schnabel. Der Paarzusammenhalt bei Spitzschwanzamadinen ist sehr ausgeprägt. Die Partner eines Paares bleiben ganzjährig zusammen, kraulen einander häufig das Gefieder und übernachten ausserhalb der Brutzeit gemeinsam in Schlafnestern.
Mini-Hühnchen
Zwergwachteln sind die kleinsten Hühnervögel. Ihr ursprünglicher Lebensraum ist sumpfiges Grasland in Südostasien bis China, Indien und Australien. Ihre Kleinheit machte die schlechten Flieger schon früh zu beliebten Pfleglingen von Privatpersonen. Ziervogelzüchter freuten sich an der Variabilität der Farben und züchteten gezielt mit diesen weiter. Heute sind weisse, silberne, rehbraune, isabellfarbene, geperlte und gescheckte Farbmuster bekannt.
Schade, es wird wärmer!
13.02.2012
Die Schneeleoparden im Zoo Basel haben die kalten Tage genossen. Mit ihrem dicken Pelz war ihnen in der klirrenden Kälte so richtig wohl.
Zürcher Gorilla neu in Basel
08.02.2012
Enea heisst die neue Gorilla-Persönlichkeit im Zoo Basel. Das junge Weibchen aus Zürich lernt im Moment ihre neuen Kollegen einzeln kennen, damit sie möglichst bald mit der ganzen Gruppe zusammengelassen werden kann. Bis es soweit ist, braucht es noch viel Fingerspitzengefühl von Seiten der Betreuungspersonen.
Am 31. Januar ist eine junge Gorilladame aus Zürich im Zoo Basel eingetroffen. Derzeit lernt Enea (7) ihre neuen Gefährten kennen. Beim ersten Kontakt durch die Gitter zeigten sich die Basler enorm aufgeregt. Auch die neugierige Enea war sichtlich aufgewühlt, beruhigte sich aber bald und ass dann mit Appetit. Die Integration in die Gruppe braucht Zeit und Geduld. Schritt für Schritt werden die Familienmitglieder mit Enea zusammengeführt. Als erste durfte Faddama (28) letzten Montag die Neue ohne Schranken kennenlernen. Mit ihrer ruhigen und besänftigenden Art soll sie mithelfen, die Angewöhnung möglichst ruhig zu gestalten.
Sachtes Annähern
Eine Schlüsselrolle wird das Kennenlernen mit Silberrücken Kisoro (22) spielen. Akzeptiert und verteidigt er sie, wird sich auch der Rest der Gruppe schneller mit ihr anfreunden. Am meisten Interesse zeigte bisher der Teenager Zungu (9) an der jungen Dame – er lädt sie immer wieder zum Spielen ein und lümmelt herum und versucht so ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Der Verhaltensforscher Jörg Hess beobachtet derzeit die Gruppe und dokumentiert die Geschehnisse. Etwas heikel könnte das Zusammentreffen mit Joas (22) werden. Als ranghöchstes Weibchen wird sie die neue Konkurrenz möglicherweise nicht ohne weiteres dulden.
Vorfahren aus Basel
Eneas Wurzeln reichen nach Basel zurück. Goma (52) und Quarta (43) sind ihre Grosstanten. Eneas Grossvater ist ein Nachkomme der berühmten Basler Gorillas Stefi und Achilla. Wie die Zusammenkunft mit ihren Grosstanten verläuft, ist ungewiss. Quarta zeigte sich bisher eher aggressiv gegenüber Enea. Enea selber war in Zürich bekannt als gefestigte, forsche Persönlichkeit. Sie ist in einem grossem Familienverband mit vielen Spielgefährten aufwachsen und hat auch schon die Geburt einer jüngeren Schwester miterlebt. Ihr Wechsel in eine andere Gorillagruppe ist keineswegs aussergewöhnlich. Auch in der Natur verlassen junge Gorillaweibchen in Eneas Alter ihre angestammte Gruppe und schliessen sich einer anderen an.
Vertraute Personen helfen beim Eingewöhnen
Damit sich Enea in Basel aufgehoben fühlt, ging eine Tierpflegerin vor dem Transport für ein erstes Kennenlernen in den Zoo Zürich. Begleitet von ihrem Zürcher Tierpfleger kam Enea am 31. Januar in Basel an. Im Eingewöhnungsraum des neu umgebauten Affenhauses konnte sich Enea zuerst hinter den Kulissen in Ruhe umsehen. Ihr Begleiter aus Zürich blieb drei Tage da, um ihr dabei Sicherheit zu geben. Die nächsten Tage und Wochen werden die Tierpfleger/-innen im Dialog mit Jörg Hess und dem Kurator mit viel Fingerspitzengefühl die Lage immer wieder von neuem abschätzen und die Kennenlernphase je nach Situation umgestalten. Die letzte Integration eines Gorillas in die Basler Gruppe ist schon eine Weile her. 1996 kamen Joas und Kisoro in den Zolli.
Australischer Nachwuchs bei Kängurus und Geckos
08.02.2012
Die Kängurus und Geckos im Zoo Basel mögen es derzeit lieber warm; dafür lässt sich ihr Nachwuchs im Haus Australis ganz von nahem beobachten. Mit etwas Glück kann man den Kängurumüttern hinter der Scheibe praktisch in den Beutel Blicken. Die drei Jungen waren bei ihrer Geburt nur etwa zwei Zentimeter gross, kleiner also, als die Geckobabies im Terrarium schräg gegenüber.
Von der klirrenden Kälte merken die Kängurus und Geckos im Zoo Basel nicht viel. Sie geniessen das geheizte Terrarium oder - im Falle der Kängurukinder - Mutters mollig warmen Beutel. Die Kängurus mögen tiefe Temperaturen überhaupt nicht und sind im Winter meistens drinnen im geheizten Haus anzutreffen. Für die Besucherinnen und Besucher eine ideale Gelegenheit den Nachwuchs einmal von ganz nahe zu betrachten, denn nur eine Scheibe trennt das Publikum von den neugierigen Kängurus. In diesen kalten Tagen liegt die ganze Gruppe auch gerne zusammengekuschelt im warmen Strohbett.
Tägliche Gesundheitskontrolle
Ob Nachwuchs da ist oder nicht, täglich kontrolliert der Tierpfleger den Gesundheitszustand der Kängurus. Besonders häufig leiden sie an Problemen in der Mundregion, beispielsweise wenn sich Zähne oder Schleimhäute entzünden. Der Tierpfleger füttert morgens jedes Tier mit einem Leckerbissen und beobachtet, ob es ohne Probleme frisst und regelmässig kaut. Diese Gewöhnung an den Menschen ist von Vorteil, wenn man ein Junges kontrollieren oder einen Erkennungs-Chip setzen muss. Für eine noch stressfreiere Untersuchung werden sie in die für das Publikum nicht einsehbare Box neben der Innenanlage gelockt.
Dreifacher Vater winziger Kängurubabys
Die jungen Kängurus sind am 15. Dezember sowie am 10. und 12. Januar ‚geboren‘, wobei bei Kängurus als Geburt der erste Blick aus dem Beutel gezählt wird. Da die Neugeborenen mit zwei Zentimetern Länge winzig klein sind, wird die eigentliche Geburt und die ‚Wanderung‘ von der Geburtsöffnung in den Beutel im Allgemeinen übersehen. Im Zoo Basel leben dreizehn Kängurus, davon zwei Männchen. Mit den drei Jungen ist Franklin (4), der vor zwei Jahren aus Chester in den Zolli kam, diesen Winter zum ersten Mal Vater geworden.
Geckokinder haben keine Väter
Das schätzungsweise zweihundertste Junge seiner Art ist im Terrarium schräg gegenüber geschlüpft. Die Schuppenfingergeckos sind Tiere der Tropen und benötigen entsprechende Temperaturen und viel Feuchtigkeit, damit sie das ganze Jahr über Eier legen. Je nach Temperatur schlüpfen die Jungen nach 65 – 103 Tagen. Im Gegensatz zu den Kängurus ist ein Vater für die Zeugung des Nachwuchses nicht nötig. Aus den unbefruchteten Eiern schlüpfen Nachkommen mit dem identischen Chromosomensatz wie das mütterliche Tier. Diese Art der Fortpflanzung wird auch Jungfernzeugung oder Parthenogenese genannt. Die Vermehrungsrate ist dabei sehr hoch und begünstigt die Besiedlung neuer Lebensräume. Der Nachteil liegt darin, dass die Art wegen der fehlenden Rekombination des Chromosomensatzes nur geringfügig auf veränderte Umweltbedingungen reagieren kann. Langfristig und unter sich ändernden Umweltbedingungen ist diese Strategie in der Evolution deshalb kaum von Vorteil. Von den etwa 1000 Gecko-Arten finden sich auch nur rund sieben parthenogenetische.
Schneeleoparden-Wetter
02.02.2012
'Endlich Schnee!' schienen die drei Schneeleoparden-Teenager heute zu denken. Voller Begeisterung tollten sie im Schnee herum und rutschten sogar den schneebedeckten Felsen hinunter.
Zootiere im Winterschnee
31.01.2012
Der plötzliche Kälteeinbruch macht den Zollitieren wenig zu schaffen. Die Schneeleoparden kuschelten sich heute Morgen auf ihrem Felsen zwar zusammen; dank ihrem dichten Fell, kann ihnen die Kälte aber nichts anhaben. Ebenfalls unbeeindruckt vom Schnee tummelten sich die Rentiere auf der Anlage. Auch Nashornmädchen ‚Henna‘ schien wenig überrascht von der weissen Pracht. Sie liess es sich aber nicht nehmen, versuchsweise einen Happen Schnee zu kosten.
Die Löwen und die Geparden genossen die ‚Bodenheizung‘ ihres Aussichtsfelsens. Wer es lieber warm mag, wie die Flusspferde, macht es sich derzeit im geheizten Stall gemütlich
Siebenfarbentangare - Farbenpracht im Vogelhaus
26.01.2012
Bei manchen Tierarten kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, wenn man sie von Nahem betrachtet. Eine dieser besonderen Augenweiden findet man seit Neuestem im Vogelhaus im Zoo Basel. Früher nur hinter den Kulissen gehalten, sind in der Schau zwischen den Fledermauspapageien und den Gouldamadinen neu Siebenfarbentangaren (Tangara chilensis) eingezogen. Ihre brillanten und scharf abgegrenzten Farben erinnern an ein Gemälde.
Nicht umsonst heissen Siebenfarbentangaren auch Paradiestangaren. Das Gefieder dieser nur zwölf Zentimeter langen Vögel leuchtet von gelbgrün über ultramarin, himmelblau, schwarz, rot-gelb- orange. Sie gehören zu den seltenen Vögeln in zoologischen Gärten und man findet sie wahrscheinlich in weniger als zehn Zoos. Auch bei Privatzüchtern sind sie eher selten geworden.
In der Schau im Vogelhaus leben zurzeit zwei weibliche Vögel, hinter den Kulissen wird das Zuchtpaar gehalten. Das Vogelhausteam bemüht sich, die Zucht dieses seltenen Vogels zu fördern. Dies ist gar nicht so einfach. Wegen regelmässigen Importen aus Südamerika fiel es früher gar nicht so ins Gewicht, dass sie nur selten nachgezüchtet wurden. Heute ist es schwierig bis unmöglich, Vögel aus einigen Ländern zu importieren und ein nachhaltiger Umgang mit den Wildbeständen ist sicher sinnvoll. Deshalb entschied sich der Zoo Basel, die Vögel von einem Privathalter zu erwerben. Dank der Unterstützung dieses Halters und des besonders guten Handlings durch das Vogelhausteam, bekamen die Paradiestangaren im letzten Jahr Nachwuchs und zogen erfolgreich ein Junges auf.
Anspruchsvoll ist bereits das Zusammenstellen eines Paares: Männchen und Weibchen tragen ein völlig identisches Federkleid. Rein optisch lassen sich die Geschlechter also nicht auseinander halten. Dank moderner DNA-Tests und einer kleinen Feder des jeweiligen Vogels lässt es sich jedoch zuverlässig bestimmen, so dass es nicht mehr wie früher zu ‚Fehlverpaarungen‘ kommen muss.
Die Paradiestangaren kommen – entgegen ihrem lateinischen Namen – nicht in Chile vor. Im Freiland leben sie in den nördlichen und westlichen Regenwäldern des Amazonasbeckens in einer Höhe von bis zu 1400 Metern und sind recht häufig. Früchte, Nektar, kleine Insekten und Beeren sind ihre Leibspeise.
Suche nach Amelios bisher erfolglos
20.01.2012
Die SEO (Spanische Ornithologengesellschaft), Projektpartner von ‚Storchschweiz‘ bemüht sich mit grossem Engagement, den verunglückten Senderstorch „Amelios“ aufzufinden. Die erste Suchexpedition war in den Bergen nahe der Stadt Teruel in Spanien unterwegs. Obwohl die Position des Senders auf etwa 20×20 Meter bekannt ist, verlief die erste Suche erfolglos. Der Grund: Das abgelegene und nur schwer zugängliche Gebiet ist stark zerklüftet, tiefe Rinnen im Boden und steil abfallende Klippen machen die Suche zu einem gefährlichen Unterfangen.
Es wurden zahlreiche Hinweise gefunden, dass in dem abgelegenen Waldgebiet intensiv gejagt wird. Es besteht die Möglichkeit, dass der Storch abgeschossen wurde. Das Gebiet ist untypisch für Weissstörche und weder als Nahrungs- noch als Rastgebiet geeignet. Freileitungen gibt es in der Region nicht.
Die SEO wird demnächst eine weitere Expedition in das Gebiet durchführen, mit grösserem Team. In präzisen, im Gelände markierten Rastern soll das Gelände dann zentimeterweise abgesucht werden. Auch ein Metalldetektor wird eingesetzt werden.
Amelios sollte mithelfen ein Rätsel zu klären. Ein grosser Teil der westziehenden Störche zieht zum Überwintern nicht mehr nach Westafrika, sondern überwintert in Spanien. Dort finden sie Nahrung in Reisfeldern, vor allem aber auf grossen Mülldeponien. Es gilt nun herauszufinden, ob die Verhaltensänderung auf Zucht- und Auswilderungsprojekte zurückzuführen sein könnte oder ob die Mülldeponien mit grossem - leider nicht immer gesundem - Nahrungsangebot im Süden Spaniens dafür verantwortlich sind. Zwei der fünf Jungstörche, die beim Projekt SOS Storch - Storchenzug im Wandel - mit einem Sender ausgestattet wurden, sind noch unterwegs.
Wie ein wilder Tanz sieht es aus, wenn Somali-Wildeselhengst Gigolo (3) und die Stute Yogala (14) über die Anlage toben. Was die beiden zu diesem ungewöhnlichen Verhalten antreibt, lässt sich nur vermuten.
Gigolo kam am 15. November in den Zolli. Der junge Hengst soll für Nachwuchs bei der seltenen Tierart sorgen. Bei allen Wildesel-Damen kam der ungestüme Jüngling sofort gut an. Für die spielerischen ‚Tänze‘ bevorzugt er aber Yogala. Möglich, dass der jugendliche Hengst anfangs etwas eingeschüchtert vom fordernden Verhalten der erfahrenen Stute war. Kaum war sie rossig, forderte sie Gigolo unmissverständlich zur Paarung auf und liess auch nicht locker, als er ob ihrem aufdringlichen Verhalten das Weite suchte. Aus dem anfänglichen Hin und Her entwickelte sich mit der Zeit ein wildes Raufspiel, das die beiden immer dann aufführen, wenn Yogala rossig wird.
Das Verhalten der beiden ist ungewöhnlich, bisher konnte Ähnliches im Zolli nur bei Fohlen beobachtet werden. Treibjagden hingegen sind vor Somali-Wildesel-Paarungen üblich. Dann jagt der Hengst die Stuten über die Anlage, bis diese bereit für die Paarung sind. Gigolo zeigte dieses Verhalten bereits beim ersten Zusammentreffen mit den Stuten und es besteht die berechtigte Hoffnung, dass Gigolo im Zolli bald für Nachwuchs sorgen wird. Aufsehen erregte der ungestüme Hengst bereits kurz nach seiner Ankunft bei seinem ersten Ausflug auf die Aussenanlage, als er mit einem ungebremsten Spurt im Wassergraben landete.
Der Zoo Basel hält seit 1970 Somali-Wildesel. Weltweit leben nur gut 200 Individuen dieser Wildesel-Art in Zoos. In der Natur sind sie vom Aussterben bedroht und zählen zu den seltensten Säugetieren. Nur noch wenige hundert Tiere leben in Äthiopien sowie in Eritrea und vielleicht noch in Somalia. Kriege, Konkurrenz mit den Nutztieren der Bevölkerung und die kargen Nahrungs- und Wasserreserven haben ihren Bestand in den letzten Jahren extrem dezimiert. Umso wichtiger sind die Bemühungen der zoologischen Gärten, durch gezielte Zuchten, sogenannten EEPs (Europäische Erhaltungszucht-Programme), diese sehr seltene Säugetierart zu erhalten.
Museumsnacht im Viarium
14.01.2012
An der Museumsnacht im Viarium erfuhr man beim Orakelrad alles, was man schon immer über das Treiben unter Wasser wissen wollte, erforschte die Geheimnisse hinter den Kulissen des Vivariums, geniesst die legendären Sushi oder kosteet den letzten Giftdrink an der Eisbar.
Herzlichen Dank an all die aufgestellten und interessierten Besucherinnen
Nachwuchs bei Sumpfspringaffen
11.01.2012
Der jüngste Affenhausbewohner im Zoo Basel ist am 27. Dezember geboren. Das Sumpfspringaffenbaby ist noch winzig und wird von allen Familienmitgliedern sorgfältig gepflegt. Die Freude über den Nachwuchs ist gross, die in Zoos eher seltenen Äffchen werden in einem Erhaltungszuchtprogramm geführt. Der Zoo Basel unterstützt ein Projekt im Freileben, im Zoo selber wird ihr Verhalten derzeit wissenschaftlich untersucht.
Die Freude über den erneuten Nachwuchs bei den seltenen Sumpfspringaffen im Zoo Basel ist gross. Zum dritten Mal haben Mutter Chica (9) und Vater Gunther (6) Nachwuchs gezeugt. Wie bei Sumpfspringaffen üblich wird der pelzige Winzling oft vom Vater auf dem Rücken herumgetragen. Zur Überraschung der Zolli-Verantwortlichen beteiligen sich aber auch die älteren Brüder des Babys Hijo (2) und Hermoso (1) fleissig beim Tragen, sodass jedes Familienmitglied in die Jungenaufzucht eingebunden ist.
Seidiger Winzling
Wie so üblich für das unscheinbare Sumpfspringaffen-Dasein rechnete niemand so richtig mit diesem erneuten Glücksfall. Das Geschlecht des am 27. Dezember geborenen Jungen ist noch unbekannt. Nur schon das Entdecken des Babys im dichten Fell seiner Eltern braucht etwas Glück und ein geschultes Auge. Mit ihrem Nachwuchs haben sich die temperamentvolle Chica (9) und der etwas schüchterne Gunther (6) zu einem gestandenen Zuchtpaar entwickelt, das die Erwartungen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) voll und ganz erfüllt. Sumpfspringaffen sind nur in 15 europäischen Zoos anzutreffen. Die Entwicklung in den letzten Jahren stimmt positiv, und mittlerweile sind insgesamt mehr als 60 Tiere zu bewundern.
Sind Sumpfspringaffen kooperativ?
Zurzeit nimmt ein Biologiestudent im Rahmen seiner Masterarbeit am Anthropologischen Institut der Universität Zürich das aktive Sozialverhalten der Sumpfspringaffen genauer unter die Lupe. Sein Ziel ist es herauszufinden, ob die Tiere bei der Futterbeschaffung kooperatives Verhalten zeigen. Erstaunlicherweise hat man solches Verhalten bei den benachbarten Weisskopfsakis bereits beobachten können, nicht aber bei den Schimpansen.
Hilfe für Springaffen im Freileben
Sumpfspringaffen leben als monogame Paare mit ihrem Nachwuchs in den unteren Etagen des südamerikanischen Regenwaldes. Sie beanspruchen kleine Territorien von wenigen Quadratkilometern, wo sie sich hauptsächlich von Früchten und Blättern ernähren. Der Zoo Basel unterstützt ein Projekt zur Erhaltung und Erforschung von Sumpfspringaffen im Freileben in Peru (www.proyecto-mono-tocon.org).
Die jungen Schönen – erfolgreiche neue Aufzuchtmethoden für Quallen
11.01.2012
Im Zoo Basel sind wieder Ohrenquallen zu sehen. Dank neuen Aufzuchtmethoden sind die gezeigten Exemplare so schön wie noch nie.
Seit Sommer 2011 stehen hinter den Kulissen des Vivariums neue Zuchtapparaturen, sogenannte „Planktonkreisel“. Sie sorgen dafür, dass die jungen Quallen, wie im Ozean in einer Endlosströmung treiben und nirgends anstossen. So aufgezogene Quallen sehen noch schöner aus, als die gemächlich schwebenden Schönheiten eigentlich eh schon sind. Hinter der neuen Methode steckt viel Arbeit und Wissen. Eine Tierpflegerin bildete sich für die Quallenzucht im Tierpark Schönbrunn in Wien und der Vivariumstechniker im Monterey Bay Aquarium in Kalifornien weiter. Der Kurator nahm sich die präzisen Methoden der einzigartigen japanischen Aquarien zum Vorbild.
Nachwuchs dank Wechselbad
Heute werden Quallen im Vivarium durch unterschiedliche Fütterungsrhythmen und schwankende Temperaturen zur Fortpflanzung angeregt. Entdeckt wurde dieses System zufällig, als im Dezember 1987das Kühlsystem im Vivarium für zwei Tage ausstieg.
Daraufhin begannen sich die Ohrenquallen überraschend zu vermehren. Quallen bestehen aus zwei verschiedenen Lebensformen, dem festsitzenden, etwa zwei Millimeter kleinen Polypen und der freischwimmenden Meduse, der eigentlichen „Qualle“. Die Polypen produzieren bei schwankenden Umweltbedingungen Knospen, die sich mit der Zeit ablösen und sich frei im Meer treibend zu Medusen umwandeln. Die Medusen ihrerseits werden nach einigen Monaten geschlechtsreif und produzieren dann Eier und Spermien.
Mit Tüfteln zum Erfolg
Der Zolli ist eine der allerersten Institutionen in Europa, die Quallen züchteten.1986 kamen die ersten Polypen aus Düsseldorf. Bereits fünf Monate später gab es Nachwuchs. Die ersten Versuche sie auszustellen waren noch unbefriedigend, denn Quallen sind sehr zerbrechliche Organismen und reagieren sofort auf ungünstige Lebensbedingungen. Sie können zwar mit Kontraktionen ihres Schirms aktiv schwimmen, sie brauchen jedoch eine regelmässige Wasserbewegung, eine exzellente Wasserqualität und viel Futter; Quallen müssen quasi permanent fressen. Dank viel Tüftelei und ausgeklügelten technischen Einrichtungen können die Ohrenquallen nun seit über fünfzehn Jahren permanent in der Ausstellung gezeigt werden. 2011 ist eine weitere Art Quallen hinzugekommen. Hinter den Kulissen werden die schönen Spiegeleiquallen gezüchtet, die dereinst auch im Ozeanium durchs Wasser schweben sollen.
Die anderen drei Könige
05.01.2012
Im Zoo Basel lässt sich der Dreikönigstag einmal ganz anders begehen. Im Vivarium leben ein Fisch, eine Schlange und eine Seegurke mit königlichen Namen und überraschenden Eigenschaften.
Im Vivarium leben drei Könige der besonderen Art: Der Meerbarbenkönig, die Königsseegurke und die Königsnatter. Der etwa 10 Zentimeter lange Meerbarbenkönig ist ein hübscher, knallroter Mittelmeerfisch mit auffallend grossen Augen. Die Pflege des Nachwuchses ist Sache Männchens. Es brütet die Jungen im Maul aus; verblüffenderweise haben tausende Eier von mehreren Weibchen dort Platz. Die Larven schlüpfen nach einer Woche und die Jungen bleiben im Maul des Vaters bis der Eidotter aufgebraucht ist. Noch absonderlichere und nicht sehr königliche Verhaltensweisen lassen sich bei der bis 35 Zentimeter langen, mit Warzen und Höckern bedeckten, Königsseegurke beobachten. Sie stösst bei Gefahr klebrige Fäden und falls nötig sogar ihre gesamten Eingeweide aus, die dann innerhalb von zwei bis drei Wochen nachwachsen.
Ein weiterer König findet sich ein paar Schritte weiter im Terrarienteil des Vivariums. Die Königsnatter wird auch Milchschlange genannt. Man hatte sie früher im Verdacht, dass sie die Milch aus Kuheutern sauge. Dieses Märchen entstand wohl aus der Angewohnheit dieser Schlangen, sich auf der Suche nach Nagetieren in der Nähe von Scheunen oder Ställen aufzuhalten.
Neben diesen drei Königen lebt noch eine ganze Gruppe königlicher Vögel im Vivarium. Die 14 Königspinguine haben im Winter täglich um 11 Uhr Ausgang. Ihr Spaziergang ist in der kalten Jahreszeit ein Publikumsrenner. Gemächlich, wie es sich für Könige gehört, schreiten sie dann die Vivariums-Brücke hinunter zu ihrem Aussenquartier.
Rückblick auf ein tierisches Zoojahr 2011
28.12.2011
Zu den Besucherlieblingen im Zoo Basel gehörten 2011 die drei jungen Schneeleoparden und das im Vorjahr geborene Nashornmädchen ‚Henna‘. Gross war die Freude, als das Publikum nach einem Jahr Umbauzeit des Affenhauses wieder die Affen besuchen konnte. Viel Beachtung fanden die Pläne des Zoo Basel, auf der Heuwaage ein Grossaquarium zu bauen.
Der Zoo Basel hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Für die Zolli-Tiere begann es im Januar mit nicht verkauften Weihnachtsbäumen, die den Elefanten, Lamas und Mufflons als Festschmaus vorgesetzt wurden. Anfang Februar machten sich bei den Pelikanen die ersten Frühlingsgefühle bemerkbar. Als ‚Balz-Schmuck’ wuchs ihnen eine hühnereigrosse Beule am Ansatz des Oberschnabels und den Hinterkopf zierten aparte Schmuckfedern. Im März feierte das Etoschahaus sein 10-jähriges Jubiläum.
Endlich wieder Affen
Im Juni wagten sich endlich die bereits im April geborenen jungen Schneeleoparden aus ihrer Höhle. Die drei Jungen sind prächtig herangewachsen und begeistern jetzt mit wilden Raufspielen und Verfolgungsjagden das Winter-Publikum. Am 1. Juli konnten die Zoobesucherinnen und -besucher endlich wieder die Affen besuchen: Nach einjähriger Umbauzeit wurde das Affenaus eröffnet. Im September feierte der Zolli ein gewichtiges Jubiläum in der Nashornzucht. Vor 55 Jahren kam im Zoo Basel ‚Rudra‘, das erste in einem Zoo geborene Panzernashorn zur Welt. Heute ist das 32. Panzernashorn ‚Henna‘ der Publikumsliebling im Zoo Basel.
Vielbeachtetes Ozeanium
Im November kamen Lisztäffchenzwillinge zur Welt. Im Dezember stellte der Zolli seine Pläne für den Umbau des Zoorestaurants vor und schrieb einen internationalen Projektwettbewerb für das ‚Ozeanium‘ aus. Möglich wurde dies dank der Tatsache, dass der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt bereits im Februar grünes Licht für die Umgestaltung des Gebietes zwischen dem Zoo Basel und der Heuwaage gegeben hatte. Ebenfalls im Dezember wurde klar, dass die Geschichte von Storch ‚Amelios‘ wohl ein trauriges Ende genommen hat: Im Zoo Basel geschlüpft, erhielt er im Rahmen eines Projektes von ‚Storchschweiz‘einen Sender. Seine Facebook-Freunde konnten seine Reise gen Süden bis in die Nähe von Barcelona mitverfolgen, dann gab es keine Nachrichten mehr von ‚Amelios‘.
Nachwuchs und neue Zoobewohner
Unzählige Jungtiere kamen im Jahr 2011 zur Welt. Es gab beispielsweise Nachwuchs bei den Borstenhörnchen, den Schwarzschwänen, den Minipigs im Kinderzoo, den Waldrappen, den Totenkopfäffchen, Regenbogenboas und Zwergottern. Neu hält der Zoo Basel Kordofan-Giraffen und möchte damit einen Beitrag zum Schutz dieser bedrohten Unterart leisten. Auch von einem 2011 neu eingetroffenen Okapi-Weibchen und einem neuen Somali-Wildesel-Hengst erhofft sich der Zolli Nachwuchs. Sie beide sind Teil eines Erhaltungszuchtprogrammes zum Schutz der seltenen Tierarten.
‚Ape Campaign‘ - Engagement der Zoos für das Überleben der Menschenaffen
17.03.2011
Alle Menschenaffen sind gefährdet oder unmittelbar vom Aussterben bedroht. Die Ursachen sind Lebensraumzerstörung, Jagd, Handel mit Fleisch (Bushmeat) und durch den Menschen eingeschleppte Krankheiten. Die Jahreskampagne 2011 der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) setzt sich zwei wesentliche Ziele: Über eine breit angelegte Kampagne sollen Menschen sensibilisiert und informiert und mittels einer Sammelaktion sollen eine Million Euro generiert werden. Diese werden in ausgewählte Schutzprojekte fliessen. Der Zoo Basel beteiligt sich an der Aktion mit dem Erlös aus dem Spendentrichter im Restaurant und mit dem Verkauf von besonderen Produkten im Zoo-Laden.
Zu den grossen Menschenaffen zählen je zwei Arten Gorillas und Orang-Utans und die dem Menschen am nächsten stehenden Schimpansen und Bonobos. Zu den kleinen Menschenaffen gehören die Siamangs und Gibbons. Von letzteren stehen beispielsweise die Hainan Gibbons mit weniger als 20 Individuen in freier Wildbahn unmittelbar vor dem Aussterben. Die Ursachen sind Lebensraumzerstörung, Jagd, Bushmeathandel und durch den Menschen eingeschleppte Krankheiten.
Der Lebensraumverlust ist einer der Hauptgründe für die Bedrohung der Menschenaffen. Tropische Wälder - Lebensraum von Menschenaffen - werden für landwirtschaftliche Nutzflächen, Städtebau und zur Holzgewinnung abgeholzt. Wenn die Vielfalt der Bäume und damit eines ganzen Ökosystems verschwindet, verlieren die Menschenaffen Nahrung und Schutz. Die für das geschlagene Holz erstellten Transportwege bieten Bushmeat-Jägern leichten Zugang und ermöglichen den schnellen Transport der gewilderten Tiere in die Städte und weiter über den Schwarzhandel bis nach Europa.
Auf denselben Wegen dringt eine aus den Städten abwandernde Bevölkerung in die Waldgebiete und gewinnt über Brandrodung landwirtschaftlich kurzzeitig nutzbaren Boden. So wird weiterer Lebensraum zerstört. Siedler können Krankheiten wie Tuberkulose einschleppen, für welche das Immunsystem der Menschenaffen nicht vorbereitet ist. Aber auch durch Touristen eingetragene Grippeviren können für Menschenaffen tödlich sein.
Der Zoo Basel beteiligt sich an der „Ape Campaign“ der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) mit dem Erlös aus dem Spendentrichter im Restaurant und mit dem Verkauf von Produkten im Zoo-Laden. Zusätzlich unterstützt der Zoo Basel mit Geldern aus seinem In-situ-Fonds unter anderem ein Projekt zum Schutze von Orang-Utans in Malaysia. In den seit 2004 bestehenden In-situ-Fonds fliessen von jeder verkauften Eintrittskarte 15 Rappen und von jedem Jahres-Abonnement ein Betrag von 1.50 Franken. Auf diese Weise generiert der Zoo Basel rund 100'000 Franken im Jahr, welche für den Naturschutz zur Verfügung stehen. Besuchende, die sich allein schon mit ihrem Zolli-Eintritt für den Schutz bedrohter Tiere und Lebensräume einsetzen, können sich nun noch zusätzlich mit ihrer Beteiligung an der ‚Ape Campaign‘ für das Überleben der Menschenaffen engagieren.